Beschreibung der Kirche:
Zur Geschichte
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Eine erste, heute nicht mehr vorhandene Kirche Oder Kapelle wird für Niederwalluf zur Zeit des Erzbischofs Willigis von Mainz (975-1011) erwähnt. Man vermutet sogar, dass bereits 744 eine Kirche oder Taufkapelle existiert hat. Berichten zufolge wurde in diesem Jahr hier der spätere Benediktinermönch Gerhardus getauft, welcher den Beinamen "Fidelis" erhielt.

Das Patrozinium der Kirche ist für das Jahr 1314 urkundlich bezeugt. Die Fundamente der heutigen Johanneskirche sind gotisch. Den ältesten Teil bildet der Chor, welcher auf die wahrscheinlich im 13.Jh. errichtete Adelheidkapelle zurückgeht. Ursprünglich führte an der Adelheidkapelle wohl rechts und links eine Straße vorbei, an deren Verlauf noch heute die "Kirchgasse" erinnert.

Zwischen 1648 und 1649 wurde die Adelheidkapelle erweitert bis zu dem Teil, der nach der Ortsseite hin den kleinen Vorbau bildet. Im Jahre 1718 erfolgte eine Vergrößerung der Kirche, bei der drei Fenster an der Rheinseite hinzukamen. Zwei davon tragen die Inschrift mit Jahresangabe "Oberschultheiß Peter Kirn". Auf derselben Seite ist im Innern der Kirche eine Marmortafel angebracht, die besagt, dass unter dem genannten Oberschultheiß der vorhandene Kirchenbau um ein Drittel erweitert worden ist.

Der letzte Anbau wurde 1954/55 fertig gestellt nach Plänen der Architekten Paul und Fritz Johannbroer.

Innenausstattung
Bei dem barocken Hochaltar dürfte es sich um eine Schenkung handeln, denn er ist für den gotischen Chor zu hoch.

Von den beiden Seitenaltären stammen der Marienaltar aus dem Jahre 1659 und der Josefsaltar aus dem Jahre 1661. Der hl. Josef ist Ortspatron von Niederwalluf. In dem Marienaltar stand bis zu Beginn des 20.Jh. eine Holzfigur von Maria als Schlangenzertreterin, im Josefsaltar bis 1907 eine barocke Josefsfigur mit Kind. Als die Marienfigur durch die Darstellung der Mutter mit Kind ersetzt wurde, erhielt der Josefsaltar eine holzgeschnitzte Josefsfigur ohne Kind. Die beiden älteren Figuren sind zusammen mit dem hl. Nikolaus auf Podesten an der Rheinseite der Kirche sichtbar.

Die Kanzel trägt die Jahreszahl 1603. In ihrer Füllung befindet sich über einem mit Nattern belebten Sumpf das Wappen von Niederwalluf. Über dem Wappen erkennt man drei Blumen und die Jahreszahl 1576. Der alte Taufstein ist ebenfalls mit 1603 datiert.

Schule und Datierung des Bildes "Aufnahme Mariens in den Himmel" lassen sich nicht feststellen. Die beiden Gemälde "Christi Geburt" und "Darstellung des Herrn" sind Werke rheinischer Bauernkunst.

Um 1700 ist die holzgeschnitzte Pietà entstanden. An ihrer Rückseite ist das Wappen der Kreuzritter angebracht. 1968 bekam die Kirche neue Fenster. Die Orgel wurde im Jahre 1978 von der Firma Förster & Nicolaus errichtet.