Pastoraler Raum
 
Verabschiedung von Pater Cristino 21.6.09
 

 

Pater Cristino kehrt nach Paraguay zurück

 

 

 

Nun ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Fast 5 Jahre sind nun vorbei, in denen wir Pater Cristino kennenlernen durften. Im Juli wird er nun nach Paraguay zurückkehren, um nach seiner Promotion eine neue Stelle in der Hauptstadt anzutreten. Durch seine ruhige, bescheidene und den Menschen zugewandte Art haben wir ihn schätzen gelernt und lieb gewonnen. Seinen Erzählungen über Paraguay, der Entwurzelung der einheimischen Bevölkerung durch die Jesuiten und dem Wiederfinden Ihrer Wurzeln haben wir immer gespannt zugehört. Seine menschliche Wärme hat uns gut getan und diese werden wir in Erinnerung behalten.

 

Mit einem gemeinsamen Foto in der Kirche, das in einem extra für ihn bereiteten Bildband über Niederwalluf enthalten sein wird, zeigte die Gemeinde ihre Verbundenheit. Im anschließenden Sektumtrunk wurde intensiv die Gelegenheit genutzt, sich persönlich von unserem Pater Cristino zu verabschieden.

 

 

Gemeindefahrt des pastoralen Raums 1.-6.6.09

Die diesjährige Gemeindefahrt des Pastoralen Raums Wallufthal führte 35 Teilnehmer vom 01. bis 06. Juni 2009 zur Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Pfarrer Ralf Senft ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe am frühen Morgen an der letzten Zusteigestation in Martinsthal mit dem Reisesegen zu verabschieden.

 

Das „Müritz-Hotel“ in Klink, in dem die Teilnehmer aus Rauenthal, Martinsthal und Walluf wohnten, liegt in einem ausgedehnten, ruhigen Park direkt am Müritzsee. Die Reiseleitung lag wieder in den Händen von Gisela und Heinrich Grötecke sowie Helga Roos – einem gut eingespielten Team.

 

Das  abwechslungsreiche Programm, das sie zusammen gestellt hatten, begann mit dem Besuch von Neubrandenburg, dem „Rothenburg des Nordens“, und Neustrelitz. In der Landeshauptstadt Schwerin beeindruckte vor allem das Residenzschloss, das heute den Landtag Mecklenburg- Vorpommerns beherbergt. Einer weiteren Stadtführung zu den Sehenswürdigkeiten der Innenstadt Rostocks folgte ein Rundgang durch den Seekurort Warnemünde. Den Abschluss der Reise bildete eine Schifffahrt auf dem Müritzsee und dem Kölpinsee und ein nachmittäglicher Stadtbummel durch Waren.

 

Der „Standard“-Busfahrer, Herr Hohoff, brachte die Reiseteilnehmer nach gemeinsamen sechs Tagen wieder wohlbehalten in ihre Heimatorte zurück. Interessante Erlebnisse und neue Eindrücke, aber auch die vielen Gespräche innerhalb der Gruppe, werden allen sicher noch lange Zeit in guter Erinnerung bleiben.  

 

 
Gemeinsamer Gottesdienst des pastoralen Raums in Martinsthal 11.5.08

 

 

Am Pfingstsonntag feiern die vier Gemeinden des Pastoralen Raumes Wallufthal ihren jährlichen gemeinsamen Gottesdienst. Musikalisch gestaltet durch die Martinsthaler Schola, beginnt der Festgottesdienst um 10.00 Uhr am Weinprobierstand in Martinsthal.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur weiteren Begegnung am Weinprobierstand, der an diesem Wochenende von Hirt-Gebhard bewirtschaftet wird. Sollte das Wetter nicht mitspielen, findet der Gottesdienst in der Pfarrkirche Martinsthal statt. Das anschließende Beisammensein ist auch bei schlechtem Wetter am Weinprobierstand.

 

Die Pfarreien laden dazu herzlich ein.

 
Ökumenischer Gottesdienst in Johanniskirchenruine am 01.05.08

 

Nach zwei Regenjahren konnte wieder der ökumenische Gottesdienst vor der wundervollen Kulisse der Johanneskirchenruine gefeiert werden.  In diesem Jahr hatte die katholische Gemeinde die Aufgabe, für die Vorbereitungen zu sorgen. Wie in einem Treffen zwischen dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat im letzten Jahr besprochen, wurde  eine gemeinsame Vorbereitung gewünscht.  Unter tatkräftiger gemeinsamer Mithilfe bei der Aufstellung der Bänke konnte der Gottesdienst beginnen.

 

 

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Ralf Feilen und Pfarrer Ralph Senft gestaltet. „Was schaut ihr jammernd und klagend in den Himmel, ihr Männer und Frauen aus Walluf, konzentriert euch auf die Erde und wartet auf euren Beistand“, sprach Pfarrer Senft in seiner Predigt. Dies nahm der vor zwei  Jahren gegründeten Taizé-Chor Walluf ( s. website  www.st-johannes-walluf.de  unter der Gruppierung Taizé) in ihrem Lied „Veni creator spiritus“ wieder auf. An der Gestaltung des Gottesdienstes wirkte zusätzlich das Bläserquartett aus Eltville mit. Auch wenn es noch recht kühl war, so war es wieder ein gelungener Gottesdienst mit einem gemütlichen Ausklang im Gemäuer der Johanneskirchenruine, in dem Spießbraten und Würstchen zusammen mit Sekt, Wein und anderen Getränken gereicht wurden.

 

 

 

Übrigens 1913 fiel Christi Himmelfahrt das letzte Mal auf den Feiertag des 1.Mai und wird erst wieder im Jahr 2160 der Fall sein.

 

Kommunion 2008: Oberwalluf und Niederwalluf

 

 

Dominik und Maximilian Homm, Christopher Keidl, Philipp Fukazawa,     Hannah und Moritz Bär, Manuel Engelmann, Alina Foglietta, Anna Göhlich,

      Lucas Suarez, Julia Ritzenhofen, Till Rheinberger, Verena Volz und     Kai Kemmer, Nicola Köhler, Leonie Preis, Alessio Rizzo, Anna Beatrice Rocchi,

Moritz Münch                                                                                Luca Sattler und Eva Maria Weber

 

 

 

 

Das Feuer neu entfachen im pastoralen Raum

Wir wollten es wagen, uns gemeinsam auf den Weg zu machen, um das Feuer unseres Glaubens neu zu entfachen.

Wir haben uns die Zeit genommen, an acht aufeinander folgenden Mittwochen in der österlichen Fastenzeit in Vorträgen von dem Reichtum unseres Glaubens zu hören, gemeinsam zu beten, gemeinsam zu singen.

Wir tauschten uns in sehr persönlichen, kleinen Gruppen aus, über unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit den täglichen Bibelmeditationen, wir teilten unsere Gedanken und Gefühle zu den Bibeltexten einander mit.

 

Was haben wir erfahren?

 

Anhand der Emmaus-Geschichte wurde uns deutlich, dass Gott (Jesus) sich auf die konkreten Fragen, Wünsche, Sehnsüchte und Enttäuschungen der Menschen einlässt und dass die Begegnung mit Ihm verzagte und enttäuschte Herzen verwandeln kann.

Der dreifaltige Gott ist der Gott der Liebe, der jeden Menschen uneingeschränkt bejaht - weil Du es bist- und uns Menschen auch dann nicht fallen lässt, wenn wir uns von Ihm abwenden. Gott steht jederzeit und in jeder Situation zu uns und lässt sich auf uns ein.

Wir dürfen vertrauen, dass Jesus in all unsere menschliche Not und Bedrängnis hineinkommt und uns darin beistehen will.

Wir haben erfahren, dass Gott die Wunden der Vergangenheit heilen will.

Aber auch in  den glücklichen Stunden unseres Lebens können wir die Gegenwart Gottes erspüren.

Im Beten finden wir mit Gott Gemeinschaft und bleiben mit Ihm in Beziehung.

 

Wir wurden in der Zeit des Glaubenskurses immer vertrauter miteinander, sodass wir beim Abschlussessen wie eine große Familie zusammensaßen.

Wir sind reich beschenkt worden in diesen intensiven Fastenwochen, das Osterfest hatte  einen ganz besonderen Glanz und Segen.

Wir haben  uns  deshalb vorgenommen, für die Gemeinden des pastoralen Raumes Wallufthal noch in diesem Jahr etwas Ähnliches anzubieten.

 

 

Gemeinsames Wochenende im Pastoralem Raum

Wieder einmal war es soweit.

Ehrenamtliche- und die hauptamtlichen Mitarbeiter unseres Pastoralen Raumes trafen sich traditionell zu einem geistlichen Wochenende in Hofheim/Ts. Im Vorfeld hatte sich der Pastoralausschuss um die Thematik gekümmert und in Ergänzung zum letzten Jahr (Judentum) diesmal das Verhältnis zwischen Islam und Christentum gewählt. Eingeladen hatte unser Pfarrer und unsere beiden hauptamtlichen Mitarbeiter. Sie hatten auch den Referenten dieses Wochenendes Dr. theol. Eckhard Türk ausgesucht. Man kann sagen: Es war ein Haupttreffer.

 

Dr. Eckhard Türk begeisterte uns in diesen 1 ½ Tagen nicht nur durch seine offene Art und klare, verständliche Kommunikation. Nein, es gab auch immer mal wieder belustigende und erheiternde Zwiegespräche mit Frau Flöck aus Oberwalluf. Beide stammen aus benachbarten Orten im Westerwald, und na ja … Gearbeitet wurde natürlich auch:

Der Islam ist einer der großen Weltreligionen mit einer für viele Menschen außerordentlichen, überzeugenden Kraft. Er gehört mit dem Judentum und unserem Glauben zu den monotheistischen Religionen abrahamitischen Ursprungs. Alle drei Religionen sehen ihre Wurzeln in der hebräischen Bibel, der Thora oder dem Pentateuch. In ihnen wird Abraham als der Stammvater anerkannt. Alle drei genannten Religionen beanspruchen das Wort Gottes“ für sich und leiten daraus ihren Wahrheitsanspruch ab. 

Gemeinsam mit uns Christen verstehen die Muslime Gott als den, ohne den nichts Anderes existieren kann und welcher deshalb der Eine und Unveränderliche und Ewige ist.

 Als wir uns am Sonntag nach einem gemeinsamen Gottesdienst und dem Mittagessen verabschiedeten, hatten viele ein anderes, intensiveres Bild vom Islam. Nicht nur deshalb, sondern auch weil wir in unseren Freizeiten die zwischenmenschlichen Beziehungen erneuert und ausgebaut haben, war dies ein gelungenes Wochenende.

 Friedel Okaty

 

Ökumenischer Weltgebetstag der Frauen im pastoralen Raum

 

Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen

 

 Wie jedes Jahr am ersten Freitag im März feiern wir in über 170 Ländern den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen. Dieses Jahr wurde der Gottesdienst von Frauen aus Guyana gestaltet. Der Name Guyana ist ein indigenes Wort, das „Land der vielen Wasser“ bedeutet. Das Land liegt an der Nordküste Südamerikas; es grenzt im Westen an Venezuela, im Osten an Surinam und im Norden an Brasilien und besteht zu 80% aus tropischem Regenwald. Es ist das einzige südamerikanische Land, dessen Amtssprache Englisch ist. Guyana wird oft als das „Land der sechs Völker“ bezeichnet. Die größte ethnische Gruppen sind die Inder, Nachfahren von Vertragsarbeitern aus Indien, gefolgt von den Afroamerikanern, Nachfahren von ehemaligen Sklaven aus Westafrika. Weitere ethnische Gruppen sind Chinesen, Portugiesen, Europäer und die indigenen Völker. Mit dem Thema „Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen“ des diesjährigen Weltgebetstages verbinden die Frauen aus Guyana viele Hoffnungen: ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihres multiethnischen Landes, Befreiung aus Armut und Gewalt und wachsende Zukunftsperspektiven gerade auch für junge Menschen in ihrem Land. Sie sehen sich – wie die biblische Gestalt des Hiob – in einer Situation, in der die Klage und das Gottvertrauen im wahrsten Sinn des Wortes notwendig ist. So bestärken sie einander und uns auch mit der biblischen Erzählung des Besuchs Jesu bei Martha und Maria: Wie diese Frauen sollen alle Menschen Hörende und Handelnde sein.

 

Wir – die Frauen des Pastoralen Raumes Wallufthal und der Heilandsgemeinde – laden ein zum Gottesdienst am 7. März 2008 um 18 Uhr in die katholische Kirche in Niederwalluf. Anschließend möchten wir bei einem geselligen Beisammensein im Pfarrzentrum über Land und Leute informieren.

 

Abschied von Pfarrer Keul

 

Am Mittwoch, den 12. Dezember verstarb für uns alle unerwartet unser hoch geschätzter ehemaliger Pfarrer Paul Keul. Als uns die Nachricht von seinem so plötzlichen Tod erreichte, konnte es niemand so richtig fassen. Er hätte doch  noch ein paar Jahre im wohlverdienten "Ruhestand" leben können. Und nicht wenigen geht es immer noch so. Der Tod von Pfarrer Keul hat in unseren Gemeinden und darüber hinaus große Bestürzung und Trauer ausgelöst. Pfarrer Keul war – wie es der kommissarische Bezirksdekan Pfarrer Daniel in seinem Trauerwort so treffend beschrieben hat - ein besonderer Mensch und in seiner Menschlichkeit ein besonderer Priester. Ihm ging es darum, Beziehungen herzustellen – zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mensch und Gott, und sich dafür einzusetzen, dass diese Beziehungen sich entfalten konnten. Wer ihn kennengelernt hat, hat ihn als sehr einfühlsamen Mitmenschen erlebt, der jedem mit großer Liebenswürdigkeit stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Dafür sind wir ihm bleibend dankbar. In einer bewegenden Trauerfeier haben wir dann am Mittwoch vor Weihnachten von Pfarrer Keul Abschied genommen. Menschen von nah und fern kamen zur Feier des Requiems nach Niederwalluf, darunter viele Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Selten war die Kirche so voll wie an diesem Tag. Nach dem Requiem zog die Trauerprozession mit dem Sarg von Pfarrer Keul durch die Rheinallee, die Werftstraße und die Schöne Aussicht entlang zum Friedhof, wo Pfarrer Keul im Grab von Pfarrer Josef Hippacher, der 1949 verstorben ist, seine letzte Ruhe fand. Allen, die mit dazu beigetragen haben, dass die Trauerfeierlichkeiten so würdevoll stattfinden konnten, sagen wir auch im Namen der Angehörigen von Pfarrer Keul herzlich Dank! Ein besonderer Dank gilt den Scholae von Niederwalluf, Oberwalluf und Martinsthal und den beiden Organisten Barbara Grötecke und Andreas Haarmann; dem Busunternehmen Schmidt aus Hattenheim, das uns unentgeltlich einen Linienbus zur Verfügung gestellt hat für alle die, die nicht mit der beeindruckenden Prozession zum Friedhof gehen konnten; der Gemeinde Walluf, ihrem Ordnungsamt und der Feuerwehr, die uns alle mögliche logistische Hilfe gewährt hat, damit die Trauerprozession sicher zum Friedhof gelangen konnte und die gesamte Feier in einer so würdevollen Weise geschehen konnte; dem Team der Helferinnen und Helfer aus unseren vier Pfarrgemeinden, die den sich anschließenden Kaffee auf allen drei Ebenen des Pfarrzentrums in bewährter Weise organisiert und durchgeführt haben. Allen, die in diesen Tagen mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, sei hier noch einmal ausdrücklich gedankt! Über seinen Tod hinaus verbindet uns nun mit Paul Keul die Erinnerung an die gemeinsam erlebte Zeit. Und uns verbindet unser gemeinsamer Glaube an den auferstandenen Herrn. Die Verbindung mit Christus und die Verbindung mit uns ist in der Taufe Grund gelegt und bleibt über den Tod hinaus. Die Verbundenheit in Christus bleibt, wo Menschen im Glauben aneinander denken und miteinander in Beziehung treten. Und eine Form dieser Beziehung zwischen Lebenden und Toten ist das Gebet. Wir können für einander beten: wir für unsere Verstorbenen und unsere Verstorbenen für uns. Und der Ort, wo dies für uns immer wieder erfahrbar wird, ist die Feier der Eucharistie. Im Geheimnis der Eucharistie sind immer alle beieinander: die Kirche auf der Erde und die Kirche im Himmel, wo unsere lieben Verstorbenen in Gott ihre endgültige Heimat gefunden haben. Bleiben wir so weiter mit Paul Keul verbunden.

 

Pastoralausschuss - ein Rückblick

 

In den letzen vier Jahren hat sich das Gewicht des Pastoralausschusses (PA) grundlegend geändert. Zunächst war er als reine Arbeitsgemeinschaft konzipiert, die  gemeinsam mit dem Pastoralteam die Kooperation der einzelnen Pfarrgemeinden regeln sollte. In unserem Pastoralen Raum war die Zusammenarbeit schon immer sehr gut und ging über den vorgesehenen Rahmen weit hinaus. Dies zeigte sich auch an den Aufgaben, die wir in den letzten vier Jahren zu bewältigen hatten.

Im PA wurde die Idee geboren, wenigstens einmal im Jahr einen gemeinsamen Gottesdienst aller vier Pfarrgemeinden zu gestalten.

Da Pfarrer Keul in den Ruhestand ging, musste der PA die Stellenausschreibung beraten und dann in einem Designationsgespräch seine Zustimmung zur Besetzung der Stelle mit Pfarrer Senft geben.

Bei der offiziellen Einführung von Pfarrer Senft richtete der PA mit Unterstützung aus allen vier Pfarreien den anschließenden Empfang aus.

Eine große Herausforderung war im Jahr 2005 der Weltjugendtag. Der PA setzte sich dafür ein, dass die Tage der Begegnung nicht getrennt in den einzelnen Pfarreien stattfanden, sondern zusammen von allen gestaltet wurden, um so die  Zusammenarbeit zu stärken. Durch die engagierte Mitarbeit vieler Gemeindemitglieder waren die Tage der Begegnung für unseren Pastoralen Raum eine große Bereicherung.

Leider ging Pastoralreferent Boßmeyer fort und seine Stelle war für zwei Jahre vakant. In vielen Briefen und persönlichen Gesprächen mit dem Bischöflichen Ordinariat setzte sich der PA für die Wiederbesetzung der Stelle ein, damit die Seelsorge in unserem PR adäquat aufrecht erhalten werden kann. Seit diesem Sommer hat die Gemeindereferentin Frau Elisabeth Schulz diese Aufgabe übernommen.

Das Jahr 2006 stand ganz unter dem Thema „Sparen und Erneuern“. Der PA musste die Vorschläge der Arbeitsgemeinschaft der Verwaltungsräte beraten. Dies kostete sehr viel Zeit, so dass vor allem die Arbeit am Pastoralkonzept sehr darunter litt.

Letztes Jahr trat das neue Seelsorgestatut in Kraft, das synodale Aufgaben, die die Zusammenarbeit der Pfarrgemeinden erfordern, dem Pastoralausschuss übertrug.

Im letzten Jahr wurde weiter am Pastoralkonzept gearbeitet, die Charakteristika der einzelnen Gemeinden dargestellt und ein biblisches Leitbild erarbeitet (Emmaus-Geschichte: Gemeinde durch Begegnung). Es wird Aufgabe des neuen PA sein, das Konzept fertig zu stellen, das die Richtlinien der Pastoral in den nächsten Jahren festlegen wird.

Die gute Zusammenarbeit der Gemeinden fand ihren Ausdruck darin, dass unser PR seinen Namen änderte, nämlich in Pastoralen Raum Wallufthal. Dieser Name nimmt die Idee auf, dass alle Gemeinden mehr oder weniger nahe an der Walluf liegen und der Namensteil „thal“ Martinsthal und Rauenthal repräsentiert.

Die Jugendlichen aus unseren Gemeinden arbeiten seit mehreren Jahren erfolgreich  zusammen. Deshalb ist der Jugendausschuss auch offiziell ein Ausschuss des PA.

In den letzten Sitzungen wurde noch beschlossen, eine gemeinsame Homepage des PR und der vier Pfarrgemeinden zu installieren. Ein gemeinsamer Pfarrbrief ist ebenfalls angedacht, da viele Veranstaltungen schon über die Pfarreigrenzen hinaus stattfinden bzw. für alle Gemeinden interessant sind.

 

In den nächsten Jahren werden vielfältige Aufgaben auf den Pastoralausschuss zukommen, denn die Zusammenarbeit wird immer wichtiger werden.

 

Margit Wehner

 

Firmvorbereitung im pastoralen Raum 2007

 

 

Ich – Du und der Rest der Welt

 

Firmung 2007

 

Zum diesjährigen Glaubenskurs zur Vorbereitung auf den Empfang des Sakramentes der Firmung haben sich in unserem Pastoralen Raum Walluf mehr als 50 interessierte Jugendliche angemeldet.

Der Kurs findet an vier Samstagen statt. Hier wird den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, im Austausch untereinander ihren eigenen Glauben zur Sprache zu bringen um ihn bewusster zu erleben.

Neben diesen Treffen sind selbstverständlich Gespräche in kleineren Kreisen nach Wunsch möglich.

Ein weiterer Abend wird ihnen unsere„Kirchenräume“ näher bringen.

 

 

 

Gleich zu Beginn des ersten Tages nutzen die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, Wünsche und Vorstellungen zu äußern. Auf die Frage hin: „Was erwartest Du von Deiner Gemeinde“ formulierten einige den Wunsch nach mehr Integration, Akzeptanz und Toleranz. Auch ein fairer Umgang untereinander gehört zu den festen Vorstellungen der Jugendlichen. Sicherlich sollte die Vorbereitung auch Spaß machen.

 

 

 

In Kleingruppen befassten sie sich mit eigenen Lebensvorstellungen und den Lebensstilen anderer Generationen.

 

 

 

Zum gemeinsamen Mittagessen wurden die Firmlinge zu Pasta eingeladen.

 

 

 

 

In fröhlicher Runde aber auch ernsthaft im Austausch war ein erstes Näherkommen gut möglich.

 

 

 

Weitere Termine und Highlights sind das wöchentliche Treffen samstags um 17.00 Uhr „Firm & Fit“ in Walluf, am Parkplatz - Rheinstraße und das nächste gemeinsame Treffen am 22. September, dass nach Einladung des Jugendausschusses mit einem Grillabend enden wird.

Eine spannende Zeit steht vor uns, und wir freuen uns gemeinsam mit den Jugendlichen diesen Weg zu gehen.

 

Für das Firmteam

Elisabeth Schulz,

Gemeindereferentin

 

 
Die Arbeit des Bezirkssynodalrates - ein Rückblick

 

Die Amtszeit des X. Bezirkssynodalrats (BSR) Rheingau geht zu Ende. Es ist also an der Zeit, Rückschau auf die die Pastoralen Räume (PR) und Pfarreien übergreifende Arbeit zu halten.

Im Pastoralkonzept für den Rheingau wurden mehrere Schwerpunkte gesetzt:

· Altenheim- und  Krankenhausseelsorge: Die Besuchsdienste in den Pfarreien sollen vernetzt werden.

· Schulnahe Jugendarbeit: Die wichtigen Einrichtungen sind das Schülercafé in Geisenheim und die Jugendkirche Kana in Wiesbaden, die auch zur Unterstützung der Jugendarbeit in den Pfarreien gedacht sind.

· Tourismusseelsorge: Die schönen Rheingauer Kirchen sollen als

·  spirituelle Orte wahrgenommen werden.

· Missionarisch Kirche sein: In vielen Gemeinden gibt es kaum Glaubensgespräche oder theologische Bildungsarbeit. Zudem gibt es Leute, die sich von dem Angebot der Pfarrei nicht angezogen fühlen, der Kirche aber nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber stehen. Deshalb sind pfarreiübergreifende Maßnahmen nötig.

Während die mitgehende Krankenhausseelsorge und die Jugendkirche Kana in  Wiesbaden realisiert wurden, musste sich der BSR eingestehen, dass gerade der letzte Punkt nicht verwirklicht werden konnte. Den Pfarreien wurde ein Papier mit Fragen vorgelegt, die das Gespräch der PGRs anregen sollten. Ziel war es, dass der BSR Rückmeldungen aus den einzelnen Pfarreien erhält, welche Erfahrungen und welche Bedürfnisse in den Gemeinden nach Glaubensinformation und Glaubensvertiefung bestehen. Doch leider war der Rücklauf sehr schlecht, was sicherlich daran lag, dass die Pastoralausschüsse und die Pfarrgemeinderäte durch  die Beratungen bezüglich „Sparen und Erneuern“ mehr als Jahr beschäftigt waren. Im Rahmen von „Sparen und Erneuern“ beriet der BSR auch über die Zusammenlegung der Pastoralen Räume Rüdesheim und Lorch zu einem Raum, mit dem Ergebnis, dass der Bezirk Rheingau nur mehr aus 5 PR besteht.

Mit der Schließung des Bezirksamtes wurde der BSR „heimatlos“, so dass die Sitzungen seither an verschiedenen Orten stattfinden. Aus meiner Sicht ist das auch ein Vorteil, da man die Rheingauer Klöster und Bildungshäuser und ihre Arbeit kennenlernt. Durch
„Sparen und Erneuern“ wurde in den Gemeinden vermehrt Fragen diskutiert wie „Für wen sind wir da?“ oder „Was ist das Wesentliche unserer Gemeinde?“ Ein wichtiger Dienst in der Gemeinde ist die Caritas. Seit 2005 stehen Frau Fischer und Frau Engels zur Unterstützung der karitativen Tätigkeit vor Ort, für Informationen über Angebote des Caritasverbandes und für die Begleitung Ehrenamtlicher im Bereich Caritas zur Verfügung. In dieser Hinsicht sind wir besonders stolz auf ein vom BSR angeschobenes Projekt. Angesichts der vielen Bedürftigen im Rheingau initiierte der BSR die Rheingauer-Caritas-Tische, die in den nächsten Monaten mit ihrer Arbeit beginnen werden.

Im Jahr 2008 stehen im Rheingau folgende Jubiläen an: der 200. Geburtstag von Bischof Blum, sowie der 150. Geburtstag von Lorenz Werthmann. Sie werden auch der Schwerpunkt der Kreuzwoche sein, die im nächsten Jahr in Kooperation mit den Pastoralen Räumen des Rheingaus in Geisenheim stattfinden wird.

 

Margit Wehner

 

 
Pfarrer zapft 30.6. und 1.7.2007

 

 

 

 

 

„Der Pfarrer zapft“

 

Eine Straußwirtschaft beim Pfarrer im Pfarrhof? Ob das klappt? Der Termin sei wegen zu vieler anderer Veranstaltungen nicht ideal, es gebe nicht genügend Helfer und ob überhaupt Gäste kämen, wäre auch nicht sicher. Pfarrer Senft ließ sich aber nicht verunsichern und vertraute seiner Gemeinde. Zu Recht!

 

 

    

 

 

Ob Familienkreis, Pfarrgemeinderat, Senioren, Messdiener – keine Gruppierung fehlte. Darüber hinaus sprang manch einer spontan in der Küche oder bei der Bedienung ein. Sowohl am Samstag wie auch am Sonntag war der Pfarrhof immer gut gefüllt. Die Gäste waren eine gute Mischung: in erster Linie Niederwallufer, aber auch viele aus den anderen Gemeinden des pastoralen Raumes. Eine Bereicherung waren die zahlreichen spontanen Gäste, die sich durch das große Schild und das geöffnete Tor eingeladen fühlten. Auch das Wetter spielte mit – nicht zu heiß, nicht zu kalt und das Wichtigste: es blieb trocken. Ideale Voraussetzungen für einen guten Appetit und großen Durst. Sowohl die Küche wie auch der Keller waren am Sonntagabend weitgehend geleert. Und entsprechend konnte der Pfarrer mit seinen Einnahmen sehr zufrieden sein. Und wenn der Pfarrer abends nicht ein Machtwort gesprochen hätte und mit Rücksicht auf die Nachbarschaft das Tor geschlossen hätte - wer weiß, wie lange noch gezecht worden wäre. Solch ein Fest kann nur gelingen, wenn viele helfen. Der unermüdliche und freundliche Einsatz der Kinder und Jugendlichen wurde von vielen Gästen besonders gelobt (und häufig durch ein großzügiges Trinkgeld honoriert).

Auf jeden Fall sollte auch im nächsten Jahr wieder das Tor geöffnet werden.

 

 

 

„Der Pfarrer dankt“

 

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die bei der Straußwirtschaft im Pfarrhof mitgeholfen und sie unterstützt haben: Bei dem Team, das die leckeren kalten Speisen zubereitet hat, bei denen, die Weine auf Kork getestet und fachmännisch ausgeschenkt haben und bei den vielen Helferinnen und Helfern im Service, die zu einem großen Teil aus den Reihen unserer Messdiener stammten und die sehr professionell und zur Freude vieler Dienst taten. Ein weiteres Dankeschön geht an die Winzer, die uns den Wein gespendet oder günstiger überlassen haben, an die Metzgerei Gottron und die Bäckerei Kifferle, die uns auch am Sonntag den Nachschub sicherten, und an die Firma Garreis in Marienthal, die die Plakate und das Transparent gemacht und uns kostenlos überlassen hat. Ein besonderer Dank aber geht an die Eheleute Monika und Willi Waas, die mich in der Planung und Durchführung tatkräftig unterstützt haben. Mir hat die Zusammenarbeit mit allen sehr viel Spaß gemacht, und ich würde mich freuen, wenn wir auch im nächsten Jahr ein „Der Pfarrer zapft“ auf die Beine stellen. Mittlerweile steht auch der finanzielle Erlös fest. Wir konnten rund 2.500 Euro auf unser Solidaritätskonto buchen, das für Aktionen im Pastoralen Raum bestimmt ist. Dafür danke ich auch allen, die unsere Straußwirtschaft besucht und so zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Ralph Senft

 

Ökumenisches Gebet mit Gesängen aus Taizé 17.6.07 in Martinsthal

 

Die Gesänge aus Taizé, in denen das Lob Gottes, die Freude an seiner Gegenwart und das Herbeisehnen des Heiligen Geistes ausgedrückt werden, machten aus der Kulturkirche (alte Kirche) in Martinsthal einen spirituellen Ort der Anbetung. Ein Kreuz, gelb/ orangefarbene Stoffe und viele brennende Kerzen erinnerten an die Gegenwart Gottes. Frohmachende und ermutigende Aussagen wie: “Nichts beunruhige dich - Gott allein genügt” und feste Glaubensaussagen: ”Gott aller Liebe – Quelle des Lebens” und “… ich vertraue dir, bei dir ist Freude in Fülle” konnten uns nachhaltig erreichen. Der Wunsch, dass  “Gott uns den Weg zum Leben” zeigen möge, sowie “… die Tore unseres Herzens öffnet für sein Reich” - auch jetzt schon in diesem Leben – kommt bei den Gesängen von ganzem Herzen. Außer zum Beten sind wir auch immer zu christlich motiviertem Handeln aufgefordert.

 

Wir haben uns über die rege Teilnahme gefreut und werden Ende des Jahres zum nächsten meditativen, mehrstimmigen Singen einladen.

 

Unser ökumenischer Chor trifft sich nach der Sommerpause ab  21.8. 07 wieder jeweils dienstags um 19.30 Uhr im katholischen Pfarrzentrum. Sie sind herzlich willkommen!

 

Nachfragen an: Ursula Beul, Tel.: 06123/ 97 27 55 oder

Melanie Wolf: melanie.wolf@yahoo.de

 

 
Gemeinsame Fronleichnam-Wallfahrt und gemeinsames Pfarrfest Oberwalluf und Niederwalluf 7.6.07

 

Gemeinsam Leben – Gemeinsam Feiern – Gemeinsam Kirche Sein

 

Fronleichnam begann sehr feierlich mit einer Messe auf dem malerischen Gelände neben der Mühle der schönen Künste, die Pfarrer R. Senft und Prof. B. Weiß mit Inhalt und Würde, die Messdiener mit Respekt und die Gläubigen mit KIRCHE gestalteten.

 

Die Pfarrei St. Martin, Oberwalluf hat seit ca. 2 Dekaden keine Prozession mehr begangen ... und es war ein Genuss. Das (St.-)Martinshorn der Feuerwehr betonte, was der Anblick der Prozessionsmenge offenbar machte ... es war etwas Besonderes im Gange!

Der Leib Christi wurde wieder offen und sehr feierlich durch unsere Straßen getragen, begleitet von Gläubigen aus Nieder- und Oberwalluf (, Dänemark, Indien...). Jung und Alt, Gesunde und Gebrechliche, wir alle sind gekommen. Was uns voneinander trennt, die Pfarrgemeindegrenze und teilweise die Historie, haben wir verbunden mit dem, was uns eint, Jesus Christus. IHN haben wir symbolisch und buchstäblich in unserer Mitte getragen ... respektive     Pfarrer Senft und Prof. Weiß.

An der Zwischenstation   angekommen, den ein sehr

schöner Blumenteppich  zierte, gaben uns die Kindergartenkinder Hoffnung und Kraft. Hoffnung, weil Kirche lebt und wachsen kann, wenn wir als Christen unsere Pflicht an diesen Kindern erfüllen, indem wir ihren Glauben nähren. Kraft,      die Schulstraße zu überwinden und Jesus in sein Haus in Oberwalluf zu bringen.

 

Es gab im Vorfeld des gemeinsamen Pfarrfestes viele Bedenken, Kritik und Zweifel.
Aber viel wichtiger: Es gab ein Miteinander!

Der Heilige Geist kam wohl über Pfr. Senft, als er den Pfarrgemeinderäten Niederwalluf und Oberwalluf die Idee einer gemeinsamen Ausrichtung des Fronleichnams- und Pfarrfestes in die Runde warf. Der Heilige Geist initiierte wohl auch die Begeisterung, die die Stimmen der Kritiker schnell verstummen ließen. Zu guter letzt schenkte uns wohl der Heilige Geist auch dieses herrliche Wetter.

 

Um allen explizit zu danken, die diesen Tag so feierlich und tatkräftig gestaltet und unterstützt haben, benötigt man eine ganze DIN A4 Seite ...ich weiß es, denn ich habe es ausprobiert.

 

Daher gilt der Dank allen, die schlicht und einfach 'JA' gesagt haben und uns allen dieses Fest in dieser Form ermöglicht haben. Vielen Dank.

Vincenz Fernandez 

 

Gedanken zum Gottesdienst im Pastoralen Raum 27.5.07

Gedanken zum Gottesdienst im Pastoralen Raum

 

Wir feierten zum 5. Male unseren Gottesdienst im Pastoralen Raum. Eigentlich sollte sich der Kreis schließen, wo damals, im Jahre 2003, unser erster gemeinsame Gottesdienst stattfand, auf der Bubenhäuser Höhe in Rauenthal.

Es ist, aus meiner Sicht, bis dato leider nur eine Ellipse geworden, auch, aber nicht nur, weil das Wetter nicht mitspielte. Die vereinbarten Helfer waren da, bauten auf, trafen die entsprechenden Vorbereitungen für den Gottesdienst auf der Bubenhäuser Höhe. Wir hatten uns dann unentschieden, bauten ab und bereiteten in Kirche und Pfarrheim alles vor.

Der gemeinsame Gottesdienst und das Beisammensein danach hat im Allgemeinen wieder ein positives Echo erzeugt. Wir, die 4 Pfarrgemeinden, kommen uns immer näher. Obwohl es hier und da noch ab und zu hakt. Jede Pfarrgemeinde hat schließlich eine alte, jahrhundertlange, eigenständige Tradition. Ich meine diese sollte auch in gewissem Rahmen gepflegt und beibehalten werden.

Warum erwähnte ich die Ellipse? Sie ist zwar auch in sich geschlossen, aber halt nicht kreisrund. Sie ist leicht mit unserem Pastoralen Raum zu vergleichen. Es befinden sich zwar alle auf einer Umlaufbahn, aber die einen oder anderen sind näher oder weiter am Zentrum.. Lassen Sie uns alle daran arbeiten, im Gleichklang miteinander auszukommen und uns zu ergänzen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen den entsprechenden Weitblick mit Gottes Unterstützung und Segen.

Friedel Okaty, PGR-Vorsitzender, St.Antonius Erem., Rauenthal

 

Geistliche Fastenwoche 2007

 

Thema: Die Heilungswunder Jesu

 

Zum 11. Mal fanden sich wieder Menschen aus unserem pastoralen Raum zusammen, die für eine Woche auf das Essen verzichteten, sich nur von Tee, Wasser und Gemüsebrühe ernährten und sich intensiv mit einem christlichen Thema auseinander setzten.

 

Zu Beginn der allabendlichen Treffen tat es gut, sein körperliches Befinden mitteilen zu können und sich nicht allein zu fühlen mit verführerischen Versuchungen wie duftenden Essensgerüchen oder Essgelüsten.

 

Im Mittelpunkt der Treffen stand aber die Auseinandersetzung mit ausgewählten Heilungswundern Jesu. Ob nun die Heilung eines Taubstummen, die Heilung einer Frau am Sabbat oder die Speisung der Fünftausend � in jedem Wunder lässt sich die Liebe Gottes zu den Menschen erkennen. Thomas Weinert schaffte es erneut hervorragend, allen den Zugang zu den Schrifttexten zu ermöglichen und die Bedeutung für jeden persönlich und die heutige Zeit zu erklären. Es ist in jedem Jahr wieder eine schöne Erfahrung, wie die Sinne durch das Fasten geschärft werden und geistliche Texte zu wichtiger Nahrung werden können. Dennoch wurde der Sonntag mit dem gemeinsamen ersten leichten Essen (Fastenbrechen) herbeigesehnt, selten haben Pellkartoffeln mit Quark so lecker geschmeckt.                  

 

R. Stratmann - Albert

 

Ökumenischer Weltgebetstag der Frauen im pastoralen Raum

 

Der diesjährige Weltgebetstag zeigte wieder in eindrucksvoller Weise, dass die Ökumene an der Basis manchmal weiter ist als an der Spitze der Kirchen.

 

70-80 Christinnen und Christen der Evangelischen Heilandsgemeinde und des Pastoralen Raumes Walluf waren der Einladung zum diesjährigen Weltgebetstag in die Oberwallufer Kirche gefolgt.

 

 

 

Der Altar war festlich geschmückt mit Orchideen und Maiskolben, den Blumen und Früchten des Landes Paraguay. Das Motto des Gottesdienstes „Unter Gottes Zelt vereint“ wurde durch ein kleines Stoffzelt aus blauen Tüchern symbolisiert und auch in einem Liedtext Paul Gerhardts zitiert.

 

Temperamentvolle lateinamerikanische Musik stimmte in die Liturgie ein.

 

Frau Irma Rheinberger begrüßte als Oberwallufer Gastgeberin die Besucher, darunter Pfarrer Bohnert, der aus Paraguay stammt.

 

Die Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams trugen die Gebetstexte vor. Meditative Harfenmusik aus dem lateinamerikanischen Land verband die einzelnen Abschnitte der Liturgie. Die Gemeinde betete gemeinsam des Vaterunser und sang Lieder aus Paraguay und traditionelle Choräle, die Marianne Perplies an der Orgel begleitete.

 

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gäste im Pfarrheim zum geselligen Beisammensein mit Matetee und kleinen landestypischen Erfrischungen.

 

 

 

Eine Diaschau, von Frau Margit Wehner vorbereitet und von Pfarrer Bohnert sehr lebendig mit persönlichen Schilderungen ergänzt, brachte uns Land und Leute von Paraguay näher.

 

 

 

 An einem kleinen Verkaufsstand des Wallufer Weltladens konnte man Waren aus Paraguay erwerben.

 

Der Weltgebetstag ermöglichte es uns, die Verbundenheit mit den Christen auf der ganzen Welt und mit den einzelnen Konfessionen zu erleben.

 

U. Müller-Mack

 

Religiöses Wochenende im Pastoralen Raum

 

 

„Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum.“ So beginnt die Erklärung der deutschen Bischöfe über das Verhältnis der Kirche zum Judentum.

 

Jesus von Nazaret war selbstverständlich Jude und wuchs in der Mentalität des Judentums auf. Auch die Apostel und die meisten Christen des ersten Jahrhunderts waren Juden oder standen dem Judentum nahe. Deshalb ist es auch für uns heutige Christen wichtig, die grundlegenden Komponenten der religiösen Traditionen des Judentums zu kennen, wenn wir die Lehre Jesu und die Anfänge der Kirche verstehen möchten. Unser diesjähriges religiöses Wochenende stand unter dem Thema „Die jüdischen Wurzeln des Christentums.

Als Referenten konnten wir den Paulus- und Judentumspezialisten Dr. Leo Kauffeldt gewinnen, der uns sehr kenntnisreich und sachkundig in das jüdische Denken und in die damalige und heutige jüdische Lebenswelt einführte. Dabei wurde auch mit manchen Vorurteilen und Missverständnissen aufgeräumt. Wenn man z. B. an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter denkt, wird kaum eine Gelegenheit ausgelassen, auf die asozialen Priester und Leviten zu schimpfen, dabei kamen beide vom Tempeldienst und hätten sich verunreinigt, wenn sie mit Blut in Berührung gekommen wären. Außerdem geschah der Überfall an der „viel befahrenen“ Hauptstraße Jerusalem-Jericho, so dass auf jeden Fall genügend Leute vorbeikommen mussten, um Hilfe zu leisten. Zur Hilfeleistung war nämlich jeder Jude verpflichtet.

 

Das jüdische Denken hat eine lange Entwicklung hinter sich, bevor es endgültig in den alttestamentlichen Schriften und im Talmud schriftlich fixiert wurde. Aus dem alten Stammesgott JAHWE, dem Gott der Väter, der das Volk aus Ägypten geführt und mit ihm  den Bund erneuert hat, wurde im Exil in Babylon (im 6. Jh. v. Chr.) der universale Gott und Herr der Welt. Die Schlüsselstelle für das jüdische Gottesverständnis ist die Gottesbegegnung des Mose im brennenden Dornbusch (Exodus 3,13ff). Gott gibt sich zwar als der Gott der Väter zu erkennen, aber nennt keinen Namen, sondern sagt von sich „ Ich bin, der ich sein will“, wörtlich übersetzt. Er ist der Handelnde, der wirkmächtig die Geschichte bestimmt, aber er bleibt der Nichtverfügbare. Deshalb sprechen die Juden aus Ehrfurcht JAHWE, den Namen Gottes, nicht aus, sondern lesen in der Schrift stattdessen Adonai Herr.

 

Die Juden haben noch heute nur ein „Credo“, das „Höre, Israel: der Herr ist dein einziger Gott“, in dem sie diese Schlüsselszene ihres und unseres Glaubens in Erinnerung rufen. Wir Christen sollten darüber nachdenken, ob uns „Gott“ nicht zu oft und zu leichtfertig über die Lippen kommt.

 

Das entscheidende Ereignis für die Entwicklung des Judentums war die Zerstörung des Tempels und die Exilierung der Intellektuellen Israels nach Babylon. Die Juden standen vor der Frage, wieso ihnen Gott diese Prüfung auferlegte und warum sie im Exil, in der Fremde, seien. Sie hatten ihre Schriften mitgebracht und nun Zeit zum Nachdenken. Um in der Fremde ihren Glauben zu bewahren, wurden fleißig die Schriften gelesen, neu gedeutet und redaktionell erweitert. Die Tora, die fünf Bücher Mose, entstand als die Basis des Jüdischen Glaubens bis heute. Das Lesen und Ausdeuten der Schriften, für die jeder selbst verantwortlich ist, setzte voraus, dass man lesen und schreiben konnte. Deshalb entwickelte sich die Schulpflicht für Jungen ab drei Jahren (!), die seit der Makkabäerzeit für jeden jüdischen Jungen verpflichtend wurde. Deshalb konnte Jesus wie alle Juden selbstverständlich lesen und schreiben. Jesus stammte übrigens nicht aus armen Verhältnissen. Josef war Handwerker, Zimmermann, was damals hieß, dass er mit seinem Betrieb Häuser entwarf und baute. Die Leute, die die eigentliche Arbeit verrichteten, waren die Tagelöhner.

 

In der Hoffnung, dass auch wieder bessere Zeiten anbrächen, wird in Babylon von den Gelehrten ein messianischer Geschichtsentwurf entwickelt, der die Hoffnung auf eine „heile“ Welt am Ende der Zeiten zum Ausdruck bringt. Genau diese messianische Endzeiterwartung bildet den Hintergrund für die Botschaft Jesu und das Denken der frühen christlichen/jüdischen Gemeinden.

 

Da der Tempel zerstört war und kein Opfergottesdienst mehr möglich war – die Priester gab es zwar noch, aber sie waren arbeitslos, entwickelten sich die Synagogen mit ihren neuen Gottesdienstformen, die Vorbild für unsere heutigen Wortgottesdienste wurden. Diese waren und sind die Heimstätte für das Judentum bis in unsere Zeit. In allen größeren Städten gab es Synagogen und jüdische Gemeinden. Selbst die zweite Zerstörung des Tempels durch die Römer mit der Vernichtung Jerusalems (70 n. Chr.) und die endgültige Vertreibung aus Judäa als vernichtendem Ergebnis des Bar Kochba Aufstands (135 n.Chr.) konnten deshalb das Judentum nicht auslöschen.

 

Erst nach dem Bar Kochba Aufstand trennten sich endgültig die Wege der jüdischen und christlichen Gemeinden. Bis dahin hielten die christlichen Gemeinden zwar eigene Gottesdienste ab, gingen aber auch noch zum Gebet in die Synagoge. Das erklärt auch, dass große Teile des heutigen Wortgottesdienstes die Herkunft aus dem Synagogengottesdienst nicht verleugnen können.

 

Die Zerstörung des Tempels war das endgültige Scheitern der messianischen, eschatologischen Idee. Beide, Juden wie Christen, waren jetzt darauf angewiesen, ihre mündlichen Traditionen schriftlich zu fixieren. So entstanden fast gleichzeitg die Evangelien und die ersten Niederschriften des Talmud.

 

Gern wird der christliche Gott der Liebe dem strafenden Gott des Alten Testaments gegenübergestellt. Auch diese Vorstellung entlarvte Dr. Kauffeldt als Vorurteil, indem er anhand der Sozialgesetzgebung in der Tora zeigte, dass das Gebot der Fremden- und Nächstenliebe nicht erst von Jesus Christus aufgestellt wurde, sondern bereits in der Tora, in Levitikus 19, 33 -34, steht.

 

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst am Samstagabend sahen wir uns den Film „Yentl“ mit Barbara Streisand an. Eine intelligente junge Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die gerne  an einer Jeschiwa, einer jüdischen Talmudhochschule, studieren möchte, muss sich als  Mann verkleiden, um überhaupt zum Studium zugelassen zu werden.  Der Film zeigt anschaulich, wie Lehrer und Schüler im Streitgespräch lernen. Da es keine Autorität , kein Lehramt, gibt, muss die Güte der Argumente entscheiden. Diese Streitkultur und das frühe Lernen waren die Grundlage für die wissenschaftlichen Erfolge jüdischer Gelehrter im 20. Jh. Anhand des Films erläuterte Dr. Kauffeldt auch die Kleidervorschriften, die Rolle der Frau, die Entstehung des Zionismus und des modernen Staates Israel. 

 

 

 

 

 

 

 

Es war ein spannendes und sehr informatives Wochenende, das neugierig gemacht hat.

 

M. Wehner