Ökumene
 
Pfingstnovene 22-30.5.09

 

 

Schon lange reifte der Plan nach draußen zu gehen, um uns öffentlich neun Tage vor Pfingsten zum gemeinschaftlichen ökumenischen Gebet zu treffen und anderen die Möglichkeit zu geben, ganz zwanglos und unverbindlich dazu zu stoßen. Als Versammlungsorte wurden alte spirituelle Orte, Feldkreuze zwischen Nieder- und Oberwalluf, die Marienkapelle, kath. und evang. Kirche gewählt. Schön war es zu erleben, dass die Gebetsabende stets gut besucht waren.

Wie die Jünger sich zu Beginn der Apostelgeschichte mit Maria und den Frauen zum Gebet versammelten, wollten auch wir im gemeinsamen Singen und Beten, unseren Glauben und unsere Einheit stärken, die gemeinsame Verbindung und Mitte in Jesus Christus spüren und um die Kraft des Geistes Gottes  bitten. Das gemeinsame Schriftlesen und Beten kann die Herausforderungen des Alltags in einem anderen Licht sehen lassen. Entdecke den roten Faden deines Lebens, frage dich, ob da vielleicht noch jemand wirkt. Jesus verheißt seinen Jüngern einen Beistand, den sie in sich selbst und in ihrer Gemeinschaft erfahren werden. Da ist etwas, das unsere Gemeinschaft durch die Jahrtausende trägt trotz allen Unstimmigkeiten und Spaltungen und auch jeden Einzelnen in seinem Leben. Die Kirche nennt es den „Heiligen Geist“.  Aus dem Liturgieausschuss   

 

Entdecke den roten Faden deines Lebens in Stationen mit Texten aus dem Neuen Testament, an denen vom Heiligen Geist die Rede ist

 

1.            Lk 3, 21-23a Es beginnt mit Jesu Taufe durch Johannes, bei dem sich der Himmel öffnet und eine Stimme ertönt: Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich mein Wohlgefallen.
Wir können darauf vertrauen, dass dies für jeden von uns gilt. Wir sind von Gott geliebt und wertvoll für ihn.

2.            Lk 4,1-13 Der Geist Gottes führt Jesus 40 Tage durch die Wüste, er wird herausgefordert und verwirrt. Jesus besiegt das alles schlicht mit Worten aus der Bibel, mit einfachen Worten seines gläubigen Alltagslebens, nicht mit inneren Diskussionen.

3.            Lk 4, 14-21 Beim ersten Auftreten in Galliläa betont Jesus, er ist zu denen gekommen, die bedürftig sind an Leib und Seele, die sich nicht selber helfen können und zu denen, die religiös und sittlich ins Abseits geraten sind. Wie weit ist man selbst davon noch entfernt? Das kann jedem passieren, auf einmal steht man „draußen“

4.            Lk 10, 17a.21-24 Jesus freut sich über die Menschen, die vom Geheimnis des Reiches Gottes ergriffen worden sind und dankt dem Vater dafür. Zu den Jüngern sagt er: Freut euch nicht über euren Erfolg und eure Anerkennung, sondern darüber, dass ihr selbst von Gott angenommen seid. (nach Paulus: berufen seid.)

5.            Apg 1, 5-8 Jesus verheißt den Jüngern den Heiligen Geist. Der Auftrag Jesu wird zu ihrem Auftrag und zu unserem. Wir können Zeugen der Botschaft Jesu sein. Überall will der Geist Gottes seine Wirkung entfalten. Lassen wir es zu, dass er durch uns wirken kann. Leben wir das, was wir von der Botschaft verstanden haben, aber leben wir es!

6.            Apg 2, 1-8.11b. Das „Pfingstereignis“ bestand darin: „Jeder hörte die Apostel in seiner Sprache sprechen“. Sie konnten die Botschaft verständlich machen. Irgendwie klappt´s! Gott selbst bringt sich zur Sprache durch die Menschen.

7.            Röm 8, 22-28 Paulus schreibt über die Hoffnung auf Erlösung der Welt, die in Geburtswehen liegt und stöhnt. Der Geist tritt für alle ein, die auf Erlösung hoffen und deren Beten verstummt ist. Gott führt bei denen, die ihn lieben alles zum Guten.

8.            1 Kor 12, 3-13 Paulus schreibt über den einen Geist und die vielen Gaben.
Verschiedenheit darf nicht zu Misstrauen und Spaltung führen. Wie schön ist es, wenn man alles wie Paulus mit einem weiten Herzen gelten lassen kann, solange gilt: Unser Herr ist Jesus Christus!
Vielfalt leben, Uneinigkeit beklagen! Wir sind nicht in allem einig, aber doch eins und verbunden in Jesus Christus.
Bitten wir nicht nur um ein liebevolles Verständnis füreinander, sondern versuchen wir es zu leben!

9.            Joh 14, 15-20 Jesus verheißt seinen Jüngern: Ich werde euch einen Beistand geben. Habt keine Angst, ihr seid nicht allein! Ihr werdet ihn in euch selbst und in eurer Gemeinschaft erfahren. Wir bleiben miteinander verbunden! Ihr seid nicht als Knechte berufen, sondern als Freunde. Eingebunden in das Geheimnis Gottes mit einem einzigen Auftrag: Zeugnis zu geben von der Liebe Gottes zu den Menschen.

 

Ökumenischer Gottesdienst in Johanniskirchenruine: Christi Himmelfahrt: Bewahrt die Einheit 21.05.08

 

Bei  schönem Wetter trafen sich evangelische und katholische Gemeindemitglieder zum ökumenischen Himmelfahrt- Festgottesdienst auf dem Gelände der alten Johanneskirchenruine. Musikalisch wurde er von Johannes Prätorius und Kerry Bonnage gestaltet. Die liturgische Gestaltung lag bei Pfr. Senft und Pfr. Feilen, an der in diesem Jahr leider keine Gemeindemitglieder beteiligt waren. Pfr.Feilen hielt die Ansprache. Der Predigttext war dem Epheserbrief entnommen.

 

 

Pfr. Feilen möchte ins Gespräch kommen, über das, was uns trennt und das, was uns verbindet. Dabei stellte er heraus, dass beide Konfessionen ihr Recht und ihre Gefahren haben. Während der Katholizismus dazu neigt, das Geheimnis des Glaubens zu ritualisieren, fehlt es dem Protestantismus an Konkretheit. Für Paulus ist es wichtig, die Einheit zu wahren, die für ihn schon da ist: ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater und eine Hoffnung.  Aber wie es bei Kindern eines Vaters ist, es kommt zu Geschwisterstreit, und das nicht nur in der Ökumene!  Unterschiedliche persönliche Begabungen und Ansichten können herausfordernde Geschenke sein!  Hören wir dazu Paulus und wie schön es bei ihm klingt: „Führt euer Leben…in Sanftmut und Geduld. Ertragt einander in Liebe!“  Paulus geht es um einen fairen Umgangsstil, mit dem Ziel sich zu einigen. Leben wir also unsere Vielfalt, die das Leben interessant macht und sehen wir unsere Unterschiede als Reichtum an in dem Wissen, dass wir aus derselben Quelle schöpfen und schon längst eins sind.

Der Festgottesdienst ging in ein gemütliches Beisammensein über, dessen kulinarische Höhepunkte fair gehandelte Limonade, heimische Weinsorten und Spießbraten waren.

 

Ökumenischer Weltgebetstag der Frauen im Pastoralen Raum: Viele sind wir, doch eins in Christus 6.3.09

 

Am 6. März 2009 fand in der Heilandskirche der 60. Weltgebetstag der Frauen statt. „Informiert beten – betend handeln“ heißt das Motto der Bewegung. In einer Gebetskette rund um die Welt wussten wir uns mit vielen anderen Menschen an diesem Abend verbunden.

Papua-Neuguinea stand im Mittelpunkt – ein Land, das am anderen Ende der Erde, im Südpazifik liegt, für uns ein paradiesisch erscheinender Ort mit tropischen Palmen und Stränden. - Die Menschen aber – muten sich mir fremd an in ihrem Aussehen, ihrer Kleidung, in ihren Hütten, mit ihren Traditionen und ihrer Musik.

Umso mehr staunte ich, die geistige Verbundenheit zu spüren in dem Pauluswort Röm. 12, 4–13. „Wir, die vielen, sind ein Leib, eine Familie und gehören als Glieder zueinander- eine biblische Zusage, die aktuelle Bedeutung gewinnt, wenn es darum geht, schmerzhafte Verschiedenheit, Getrenntsein und Spannungen in einer Gemeinschaft zu überwinden.

Was Paulus schreibt, trifft uns im Herzen. Sein Wort ruft uns auf, unsere verschiedenen Begabungen als Reichtum zu sehen und miteinander zu teilen. Er ermahnt uns, Konkurrenz und Neid zu überwinden, einander zu fördern und zu ermutigen. Christliches Gemeinschaftsbewußtsein zeigt sich in der Sorge füreinander, in Solidarität und Einheit im Glauben.

Wie viele verschiedene Begabungen und Talente es in Walluf gibt, konnten wir bei der Aktion feststellen, die unser „Fadenkreuz“ bis zum Rand füllte. Könnte dieser Reichtum unsere Gemeinden mit neuem Leben erfüllen?

Die Frauen von Papua-Neuguinea geben uns ein Beispiel dafür, wie sie durch friedliche Zusammenarbeit ihren Bürgerkrieg beenden konnten. Angesichts vieler sozialer Spannungen auch für uns ein überlebenswichtiges Hoffnungszeichen, was man alles erreichen kann, im Glauben an die eigenen Fähigkeiten, christlichem Gemeinschaftsbewußtsein und Vertrauen in einen befreienden Gott.

 

 

 

Ziel des WGT ist u.a. die finanzielle Unterstützung von Frauenprojekten in der ganzen Welt, die die Frauen bestärken soll, ihren eigenen Weg zu gehen und aktiv an der Verbesserung ihrer Lebensumstände zu arbeiten.

Als Kollekte kamen 438,20 EUR zusammen.

 

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die GottesdienstteilnehmerInnen im evangelischen Gemeindehaus. bei kulinarischen Köstlichkeiten zu einer Information über Land und Leute

 

 

 

 

 

 

Ökumenischer Gottesdienst in Johanniskirchenruine am 01.05.08

 

Nach zwei Regenjahren konnte wieder der ökumenische Gottesdienst vor der wundervollen Kulisse der Johanneskirchenruine gefeiert werden.  In diesem Jahr hatte die katholische Gemeinde die Aufgabe, für die Vorbereitungen zu sorgen. Wie in einem Treffen zwischen dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat im letzten Jahr besprochen, wurde  eine gemeinsame Vorbereitung gewünscht.  Unter tatkräftiger gemeinsamer Mithilfe bei der Aufstellung der Bänke konnte der Gottesdienst beginnen.

 

 

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Ralf Feilen und Pfarrer Ralph Senft gestaltet. „Was schaut ihr jammernd und klagend in den Himmel, ihr Männer und Frauen aus Walluf, konzentriert euch auf die Erde und wartet auf euren Beistand“, sprach Pfarrer Senft in seiner Predigt. Dies nahm der vor zwei  Jahren gegründeten Taizé-Chor Walluf ( s. website  www.st-johannes-walluf.de  unter der Gruppierung Taizé) in ihrem Lied „Veni creator spiritus“ wieder auf. An der Gestaltung des Gottesdienstes wirkte zusätzlich das Bläserquartett aus Eltville mit. Auch wenn es noch recht kühl war, so war es wieder ein gelungener Gottesdienst mit einem gemütlichen Ausklang im Gemäuer der Johanneskirchenruine, in dem Spießbraten und Würstchen zusammen mit Sekt, Wein und anderen Getränken gereicht wurden.

 

 

 

Übrigens 1913 fiel Christi Himmelfahrt das letzte Mal auf den Feiertag des 1.Mai und wird erst wieder im Jahr 2160 der Fall sein.

 

Ökumenischer Weltgebetstag der Frauen im pastoralen Raum

 

Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen

 

 Wie jedes Jahr am ersten Freitag im März feiern wir in über 170 Ländern den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen. Dieses Jahr wurde der Gottesdienst von Frauen aus Guyana gestaltet. Der Name Guyana ist ein indigenes Wort, das „Land der vielen Wasser“ bedeutet. Das Land liegt an der Nordküste Südamerikas; es grenzt im Westen an Venezuela, im Osten an Surinam und im Norden an Brasilien und besteht zu 80% aus tropischem Regenwald. Es ist das einzige südamerikanische Land, dessen Amtssprache Englisch ist. Guyana wird oft als das „Land der sechs Völker“ bezeichnet. Die größte ethnische Gruppen sind die Inder, Nachfahren von Vertragsarbeitern aus Indien, gefolgt von den Afroamerikanern, Nachfahren von ehemaligen Sklaven aus Westafrika. Weitere ethnische Gruppen sind Chinesen, Portugiesen, Europäer und die indigenen Völker. Mit dem Thema „Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen“ des diesjährigen Weltgebetstages verbinden die Frauen aus Guyana viele Hoffnungen: ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihres multiethnischen Landes, Befreiung aus Armut und Gewalt und wachsende Zukunftsperspektiven gerade auch für junge Menschen in ihrem Land. Sie sehen sich – wie die biblische Gestalt des Hiob – in einer Situation, in der die Klage und das Gottvertrauen im wahrsten Sinn des Wortes notwendig ist. So bestärken sie einander und uns auch mit der biblischen Erzählung des Besuchs Jesu bei Martha und Maria: Wie diese Frauen sollen alle Menschen Hörende und Handelnde sein.

 

Wir – die Frauen des Pastoralen Raumes Wallufthal und der Heilandsgemeinde – laden ein zum Gottesdienst am 7. März 2008 um 18 Uhr in die katholische Kirche in Niederwalluf. Anschließend möchten wir bei einem geselligen Beisammensein im Pfarrzentrum über Land und Leute informieren.

 

Ökumenischer Weltgebetstag der Frauen im pastoralen Raum

 

Der diesjährige Weltgebetstag zeigte wieder in eindrucksvoller Weise, dass die Ökumene an der Basis manchmal weiter ist als an der Spitze der Kirchen.

 

70-80 Christinnen und Christen der Evangelischen Heilandsgemeinde und des Pastoralen Raumes Walluf waren der Einladung zum diesjährigen Weltgebetstag in die Oberwallufer Kirche gefolgt.

 

 

 

Der Altar war festlich geschmückt mit Orchideen und Maiskolben, den Blumen und Früchten des Landes Paraguay. Das Motto des Gottesdienstes „Unter Gottes Zelt vereint“ wurde durch ein kleines Stoffzelt aus blauen Tüchern symbolisiert und auch in einem Liedtext Paul Gerhardts zitiert.

 

Temperamentvolle lateinamerikanische Musik stimmte in die Liturgie ein.

 

Frau Irma Rheinberger begrüßte als Oberwallufer Gastgeberin die Besucher, darunter Pfarrer Bohnert, der aus Paraguay stammt.

 

Die Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams trugen die Gebetstexte vor. Meditative Harfenmusik aus dem lateinamerikanischen Land verband die einzelnen Abschnitte der Liturgie. Die Gemeinde betete gemeinsam des Vaterunser und sang Lieder aus Paraguay und traditionelle Choräle, die Marianne Perplies an der Orgel begleitete.

 

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gäste im Pfarrheim zum geselligen Beisammensein mit Matetee und kleinen landestypischen Erfrischungen.

 

 

 

Eine Diaschau, von Frau Margit Wehner vorbereitet und von Pfarrer Bohnert sehr lebendig mit persönlichen Schilderungen ergänzt, brachte uns Land und Leute von Paraguay näher.

 

 

 

 An einem kleinen Verkaufsstand des Wallufer Weltladens konnte man Waren aus Paraguay erwerben.

 

Der Weltgebetstag ermöglichte es uns, die Verbundenheit mit den Christen auf der ganzen Welt und mit den einzelnen Konfessionen zu erleben.

 

U. Müller-Mack